B832: Ottomeyer, K. - Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen

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Das Buch wurde 2014 nochmal überarbeitet und gliedert sich in zwei Teile, einmal der Grundlagentext von 1977 und einmal ein eigenständiger zweiter Teil, der sich mit dem aktuellen Neoliberalismus und den Auswirkungen auf unsere Psyche etc. befasst. 

Soziales Verhalten und Identität im Kapitalismus und Neoliberalismus.2. veränderte und aktualisierte Auflage, 2014, 256 S.

Eines von den Büchern, die ich zu der theoretischen Grundausstattung einer anarcho-syndikalistischen Bibliothek zähle. Ottomeyer greift mit diesem Buch Themen auf, die mit einer ganz anderen menschlichen "Verelendung" zu tun haben - der psychischen nämlich.

"Daß unsere zwischenmenschlichen Beziehungen gegenwärtig ein großes und ungeklärtes Problem darstellen, ist eine Aussage, von der man wahrscheinlich nicht mehr viele Leute überzeugen muß. Fast alle fühlen sich irgendwie einsam, ängstlich und mißtrauisch gegenüber anderen, versuchen jeder auf seine Weise mit dem beruflichen Stress und den zwischenmenschlichen Belastungen am Arbeitsplatz fertigzuwerden und finden im Privat- und Familienleben dennoch kaum die Entspannung und die zwischenmenschliche Geborgenheit, die sie sich von dort erhofft hatten..."
"Die Gegenthese, die in diesem Buch ausführlich entwickelt wird, ist die, daß die Zwischenmenschlichkeit der Individuen sich zwar wirklich in einem sehr zerstörten und entfremdeten Zustand befindet, daß dieser Zustand aber in seinen mannigfachen Ausprägungen und Schattierungen ganz wesentlich durch den unerbittlichen und objektiven "stummen Zwang der ökonomischen Verhältnisse" (Marx) unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung bedingt und geprägt ist."

Teil 2:
Sind wir nur noch ein Anhängsel "der Märkte"? - Die vom neoliberalen Kapitalismus hervorgebrachte Moralzerstörung und Identitätsverwirrung überfordert zunehmend die Psyche der westlichen "Standortbewohner". Und sie hat die weltweite Gefahr eines patriarchalischen Neo-Fundamentalismus auf den Plan gerufen. Wer den boomenden religiösen und nationalen Identitätsversprechungen folgt, landet lediglich in einer "Schiefheilung" (Sigmund Freud). Ottomeyer analysiert in nachvollziehbaren Schritten die ökonomisch bedingte Identitätskrise und zeigt, dass unser Gefühl von Identität und Würde nicht in den ideologischen Wolkenregionen entsteht. Es entsteht durch eine gelingende wechselseitige Anerkennung der Menschen in ihrem materiellen Alltag: In der Solidarität der Arbeitenden, in der Liebe zwischen Individuen, die füreinander nicht austauschbar sind, und in einem fairen Kämpfen um ökonomischen Erfolg und vorenthaltene Rechte

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