B005: Christian Hofmann / Philip Broistedt - Goodbye Kapital

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Warum die Menschen dem Geld dienen und wie sie sich davon befreien könnten. 142 Seiten. 2019.

Aus der Einleitung der Autoren:
In unserer Darstellungsweise sind wir – bezüglich der traditionellen Marxrezeption - bewusst wenig orthodox. Als Ausgangspunkt, der sich auch in den Untertitel des Buches geschlichen hat, nehmen wir die berechtigte Frage die die Occupy-Bewegung stellte: Warum das Geld, das doch vom Menschen geschaffen und entwickelt wurde, nicht in seinen Diensten steht, sondern über ihm.
Dafür zeichnen wir im ersten Kapitel die rasante Globalisierung ab den 1990er Jahren, die große Krise und die globale Revolte 2011 noch einmal nach. Die Kapitel zwei und drei sind das eigentlichen Herzstück des Textes. In Kapitel zwei gehen wir der Frage nach, was Geld eigentlich ist und stellen in Kapitel drei Überlegungen an, wie es überwunden werden kann. In der Analyse, was Geld ist, folgen wir im Wesentlichen Marx. Allerdings vermeiden wir im Text ganz bewusst jegliche direkte Bezugnahme und Zitate. Vielmehr wollen wir die marxsche Analyse des Geldes in unseren eigenen Worten und Formulierungen präsentieren. Auch wenn sich Geld und Kreditformen in den letzten 150 Jahren immer wieder verändert und erweitert haben, so kann man mit Marx doch wunderbar erklären, was Geld dem Wesen der Sache nach ist und ausmacht (die drei Geldfunktionen und der Übergang von Geld zu Kapital).
Die Frage nach der Überwindung des Geldes ziehen wir analog zu Marx Auseinandersetzung mit den Arbeitszeitutopist*Innen, die die Idee vertraten, Arbeitsprodukte nicht in Geld, sondern in 'Stundenzetteln', die die benötigte Arbeitszeit repräsentieren, zu bezahlen. Die von ihm gescholtenen 'Stundenzettler' sahen im Geld den Grund allen gesellschaftlichen Übels und hatten die Hoffnung, mit diesem auch alle anderen gesellschaftlichen Probleme aus der Welt zu schaffen.
Unter gegeben Umständen ist es natürlich nicht möglich ist, Geld durch 'Stundenzettel' zu ersetzen, denn die Problem liegen tiefer als in der Form, die der Lohn annimmt. Was aber ist, wenn wir von anderen Umständen ausgehen? Um diese Frage dreht sich das Kapitel drei: Wie also müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen modifiziert werden, damit die Idee, Geld durch eine gesamtgesellschaftliche Arbeitszeitrechnung zu ersetzen, eine praktikable Form ist.
Was im 19. Jahrhundert vielleicht kaum praxistauglich gewesen wäre, ist heute, auf Grundlage der digitalen Revolution, eine praktikable Möglichkeit. Denn heute, wo fast alle Arbeitsschritte in jeder Abteilung haargenau erfasst werden (allumfassende Digitalisierung, Stempelkarten, Barcodes) kann für fast jedes Produkt ein aktueller Durchschnittswert der benötigten Arbeitszeit angegeben werden, mit dem die Unternehmer*Innen für die Produktion kalkulieren. Die durchschnittliche Arbeitsstunde wäre Basis der gesellschaftlichen Wirtschaftsorganisation. Jede*r produziert für gesellschaftliche Bedürfnisse und kann in dem Umfang Produkte beziehen, wie er*sie an direkt gemessenen Arbeitsstunden zum gesellschaftlichen Reichtum beigetragen hat.
In Kapitel vier äußern wir einige politische Gedanken zu Formen einer gesellschaftlichen Transformation, lassen hier aber bewusst auch Fragen offen, von denen wir meinen, dass man sie derzeit noch nicht antizipieren kann. Außerdem gehen wir in diesem Kapitel zumindest am Rande auf Gedanken von Dietmar Dath (Klassenkampf im Dunkeln), Paul Mason (Postkapitalismus) sowie Paul Cockshott und Allin Cottrell (Alternativen aus dem Rechner) ein, die vor uns bereits ähnliche Fragen gewälzt haben.
Das fünfte und letzte Kapitel nimmt dann noch einmal eine ganz andere Perspektive ein. Während wir mit einer allgemeinen Arbeitszeitrechnung einen machbaren und rational logischen Gegenentwurf zur jetzigen Gesellschaft liefern wollen, verschließen wir uns nicht generell dem utopischen Denken, dem wir in diesem Kapitel Platz einräumen möchten. Das dieses nur als ferner Ausblick gehalten ist liegt daran, dass es uns momentan viel wichtiger erscheint, erste Schritte aufzuzeigen, die eine solche Entwicklung überhaupt möglich machen würden.

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