B1021: Berni Kelb - Organisieren oder organisiert werden

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Berni Kelbs Vorwort:



Wo immer gegenwärtig Revolutionäre, Genossen, Linke beisammen sind, steht die Organisationsfrage direkt oder indirekt im Mittelpunkt der Diskussion. Das Problem brennt allen auf den Nägeln, weil die Lösungen, die angeboten werden, offenbar unbefriedigend sind.



Den Rückfall in die ausgefahrenen Gleise der Organisationsformen der gescheiterten traditionellen Arbeiterbewegung mögen die meisten aus gutem Grund nicht mitmachen. Andererseits ist ein ernstzunehmendes revolutionäres Engagement ganz ohne organisatorische Konsequenzen nicht denkbar. So schließen viele Genossen sich mit großen Vorbehalten irgendeiner Organisation an. Dabei ist ihnen meistens sehr unwohl. Denn sie erleben es immer wieder, daß ihr Tun zu Ergebnissen führt, die sie nicht gewollt haben.



Dieses Buch richtet sich an diejenigen unter den Genossen, welche die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. An diejenigen gleichzeitig, welche die antiautoritäre Bewegung nicht als eine revolutionäre Jugendsünde, als einen Fehltritt ansehen, sondern als einen Beweis für die Lebendigkeit der Revolution, an die vorher hier kaum noch jemand zu glauben wagte. Die antiautoritäre Bewegung ist nicht tot, wie die Herrschenden und die Führer der autoritären alten und neuen Organisationen der revolutionären oder Arbeiterbewegung es glauben oder hoffen. Sie hat einen Rückschlag erlitten. Das läßt sich nicht verheimlichen. Die Ursache liegt wesentlich darin, daß sie für die Organisationsfrage, die sich ihr stellte, keine eigenen Lösungen hatte. Das Problem ist inzwischen als solches erkannt, und viele Genossen arbeiten an seiner Lösung. Dieses Buch soll einer der Beiträge dazu sein.




Organisation muß sein. Die schlechteste ist besser als gar keine.



Doch für Revolutionäre genügt es nicht, irgendeiner Organisation anzugehören. Revolutionäre brauchen eine eigene, selbständige Organisation. Sie muß einen revolutionären Charakter haben und soll sozialistisch bzw. kommunistisch sein.



Aber woran kann man das messen? Revolutionär nennt sich schließlich auch die mexikanische Regierung. Und sozialistisch nannten sich auch die Nazis. Die Grundlagen der revolutionären Politik müssen stimmen. Sie müssen konkret in ihrem Inhalt und präzise formuliert sein. Wir gehen davon aus, daß nach wie vor in erster Linie die Arbeitenden, die Unterdrückten die Träger der Revolution, das >revolutionäre Subjekt< sind und sein werden. Wir gehen weiter davon aus, daß das Kommunistische Manifest nicht mit den Worten schließt: >Proletarier aller Länder, laßt euch vereinigen!<

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