Lesung in der "Barrikade".

Wie ist es gut, wenn einem der moralische Halt so gänzlich fehlt.

Am Samstag, den 24.11.2018, 20 Uhr

 

 

 

 

 

Matthias Heße und Annika Stadler lesen
Fanny Gräfin zu Reventlow

Wegen „nicht zu bändigender Widerspenstigkeit“ vom Pensionat für höhere Töchter geflogen, bricht die „Skandalgräfin“ 1895 endgültig mit ihrer adligen Familie und flieht aus dem unterkühlten Husum nach Schwabing, in das Epizentrum der Münchener Bohème mit all ihren schrägen Gestalten, Austeigern, Genies, Künstlern und Blendern.
Die Freiheit wird das Thema ihres Lebens – und Männer dauernde Zielscheibe ihres Spotts. Wedekind, George, Tucholsky und Mühsam sind nur die bekanntesten Namen auf einer langen Liste von Verehrern. Sie malt, schreibt, spielt Theater und lebt mit ihrem Sohn von der Hand in den Mund – „doch immer alles mit Grazie“. Sie starb im Juli 1928, an den Folgen eines Unfalls.
Der Eintritt ist frei, das Hutgeld geht an die Hilfsorganisation Medico International für die "Häuser der Hoffnung".

Matthias Heße ist Schauspieler am Schloßtheater Moers, Annika Stadler ist freischaffende Dramaturgin.

Am Samstag, den 24.11.2018, 20 Uhr in der "Barrikade", Moers-Meerbeck, Zugang über die Barbarastraße.

 Häuser der Hoffnung!

In der Südosttürkei und in Afrin setzen Kurdinnen und Kurden ihren Willen zu bleiben bzw. zurückzukehren der Vertreibungspolitik Erdoğans entgegen. Auf die militärische Eroberung und Zerstörung von Städten beiderseits der türkisch-syrischen Grenze folgt die demographische Neuordnung der Region, mit der demokratische Errungenschaften zunichte gemacht werden sollen: Nach dem Einmarsch bestimmt die türkische Regierung das Leben in Afrin und überzieht gleichzeitig die auf Demokratie und Selbstbestimmung orientierten Kurd*innen in der Türkei weiter mit Repressalien.

Während die über hunderttausend Flüchtlinge aus Afrin auf Rückkehr hoffen sind es in der Südosttürkei Familien aus Şırnak, die sich gegen die Vertreibungen wehren und nun in umliegenden Dörfern selber Häuser bauen. Dabei geht es um mehr als ein Dach über dem Kopf – es geht um ein selbstbestimmtes und demokratisches Leben, jenseits religiöser und ethnischer Zuschreibungen, ob in der Südosttürkei oder Afrin.

https://www.medico.de/kampagnen/haeuser-der-hoffnung/
 
 
 
VERANSTALTUNG in Bonn:
 
20. November, 20:00 Uhr, Alte VHS Bonn, Kasernenstraße 50, Bonn
 
Präsentation der Broschüre "Streitschrift für eine politisch unkorrekte Links-Linke" (Edition Tsveyfl #2, 2018) mit anschließender Diskussion.

Was die Vortragenden sagen:

"Wir wollen an diesem Abend der Frage nachgehen, warum die links(radikalen) Ansätze der letzten Jahrzehnte als gescheitert angesehen werden müssen. Wie konnte es dazu kommen, dass es ausgerechnet rechten Antworten zu gelingen scheint, sich sowohl in der Klassenfrage, als auch bei Fragen von Identität und Anerkennung durchzusetzen?

Befinden sich alle linkspolitischen Richtungen in Schockstarre? Halten wir uns allein aus Angst an den eigenen – historisch überholten – politischen Identitäten fest? Trifft das auf Anarchist_innen, Autonome und Kommunist_innen nicht genauso wie auf zu, wie auf Minderheitenpolitiken? Spielen wir heute nicht alle identitäspolitischen Spielarten egozentrischen Aufbegehrens von marginalisierten und untereinander gespaltenen Gruppen? Glaubt uns irgendwer das Gerede von Solidarität, die sieht wie leidenschaftlich wir uns gegenseitig hassen? Und von welchen Privilegien ist eigentlich ständig die Rede?

Während sich die Linke einerseits auf identitätspolitische Kämpfe verlegt, bei denen nicht mehr Bedürfnisse und Fähigkeiten von Individuen im Mittelpunkt stehen, sondern vermeintliche Betroffenheiten, werden andererseits individuelle Erfahrungen von und mit Differenz dem Jetzt-erst-recht eines neu zu erringenden Klassenbewusstseins untergeordnet.

Dabei ist immer schon vorausgesetzt, dass sich materialistische Betrachtung und Differenzsensibilität ausschließen müssten – und deswegen auch nicht miteinander vermittelt werden könnten. Damit aber treiben wir einander immer weiter in die Handlungsunfähigkeit, verlieren den Blick auf eine Realität, die zum Glück deutlich schillernder ist, als diese eindimensionalen Ansätze starr formalisierter oder strikt moralisierter Politik suggerieren – und in der wir durchaus etwas zu gewinnen haben.

Wir wollen gemeinsam mit euch diskutieren, was das wäre, wie wir dafür kämpfen möchten und wie wir uns als politisch unkorrekte Links-Linke neu erfinden können!"

Das Podium:

Frederike Hildegard Schuh ist Redakteurin und Autorin der Tsveyfl - dissensorientierte Zeitschrift und lebt und arbeitet in Wien. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften und Soziologie in Bonn und Wien studiert und schreibt und spricht dagegen an, sich von den Verhältnissen dumm machen zu lassen. 

atta boy lebt und arbeitet in Wien. Er war in verschiedenen Freiraumprojekten tätig und hat Politikwissenschaften sowie Critical Studies studiert. Queer ist für ihn ist nach Bini Adamczack "die Begierde, nicht dermaßen identifiziert zu werden".





Veranstaltet von Rhizom e.V., Tsveyfl - dissensorientierte Zeitschrift und dem Arbeitskreis für studentische Kultur und Politik

Unterstützt durch das Kulturreferat des AStA der Uni Bonn 
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