B1010: M. Joy - Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen


Art.Nr.: B1010


Auch wenn viele Aspekte des Buches - gerade was unsere Psyche angeht - logischerweise auf dem Fleischkonsum zugeschnitten ist...haben viele der aufgeführten Argumente der Autorin auch auf andere Lebensbereiche bezogen Gültigkeit. Gutes Buch! Leider etwas teuer.

Einziger Wermutstropfen: Es ist ein 'politisch veganes' Buch, wohl gesellschaftskritisch, aber bleibt im Kapitalismus verhaftet...geht also nicht weit genug. Ist aber thematisch letztendlich auch nicht nötig. Ein veganer Kapitalismus ist möglich...solang die Rendite stimmt...

Zum Buch:

Wie kommt es eigentlich, dass in unseren Gesellschaften manche Tiere absolut selbstverständlich gegessen werden, wir bei anderen Tieren aber niemals auf diese Idee kämen? Oder habt ihr schomal darüber nachgedacht, zum Abendessen euren Rauhaardackel zu verspeisen? Die Sozialpsychologin Melanie Joy gibt darauf eine unbequeme Antwort. In ihrem bahnbrechenden Buch Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen beleuchtet sie die Widersprüche und Motive unseres (Ess-)Verhaltens – und zeigt, wie unsere Entscheidung, Fleisch zu essen, nur in geringem Maße eine wirklich bewusste eigene Entscheidung ist - sondern beispielsweise Folge von Gewohnheit, Normen, Lobbyarbeit ... Zum Schaden sowohl der betroffenen Tiere wie auch zu unserem eigenen.



Joy erläutert die komplexen sozialen und psychologischen Mechanismen, durch die bestimmte Lebewesen in unseren Augen zu Lebensmitteln werden. Und sie zeigt, dass diese Mechanismen unterschwellig wirken, ähnlich wie bei anderen Formen der Diskriminierung. Für das unsichtbare Glaubenssystem, das darin wurzelt, hat sie einen eigenen Begriff geprägt: Karnismus.



'Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen' ist also kein weiteres Buch, das uns erklärt, weshalb wir kein Fleisch essen sollten. Stattdessen erfahren wir hier, warum wir es tun, und erhalten so die Möglichkeit, unsere Konsumentscheidungen aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Die englische Originalausgabe 'Why We Love Dogs, Eat Pigs, And Wear Cows' wurde im November 2012 mit dem italienischen „Empty Cages Prize“ ausgezeichnet. Zahlreiche internationale Medien haben Melanie Joys Konzept des Karnismus bereits vorgestellt, darunter die BBC, ABC Australia, Good Morning Croatia, National Public Radio, PBS und der österreichische Standard.

Mit einem Vorwort von Hilal Sezgin





Textauszug:

'Viele Arbeiter in den Fleischfabriken der USA sind illegale Einwanderer aus Lateinamerika und Asien, die kaum oder gar nicht geschult werden. Schlosser sprach mit einem Stecher (Schlachthofarbeiter), der ihm erzählte: „Niemand hat mir etwas gezeigt - mir erklärt, wie ich mit dem Messer umgehen soll. [...] Also schaut man, wie es die Leute neben einem machen und macht es dann genauso.' Nicht nur, dass die Arbeiter eine Tätigkeit ausüben müssen, auf die sie in keiner Weise vorbereitet sind, sie finden sich auch in einem ausbeuterischen, gefährlichen, unhygienischen und gewalttätigen Arbeitsumfeld wieder.
Sie verbringen Stunde um Stunde in einer Umgebung, in der Tod und Stress allgegenwärtig sind, und dafür büßen sie - stellen Sie sich vor, Sie machen alle zwei oder drei Sekunden einen Messerschnitt, dann kommen¬ Sie am Tag auf ungefähr 10.000 Schnitte.



In einem Interview mit dem US-Magazin Mother Jones geht Schlosser auf das gnadenlose Tempo am Fließband ein:



Die goldene Regel in Fleischfabriken lautet: „Das Band stoppt nicht“. Nichts hält die Produktion auf, weder technisches Versagen noch Pannen oder Unfälle. Gabelstapler stoßen zusammen, Sägen überhitzen, Arbeiter lassen Messer fallen,
Arbeiter schneiden sich, Arbeiter brechen zusammen und liegen bewusstlos am Boden, während tropfende Tierleiber an ihnen vorüberbaumeln, und das Band läuft weiter (...;) ein (...) Arbeiter hat mir erzählt: „Ich habe Stecher gesehen, die bluten wie verrückt, weil es genau ihre Ader erwischt hat, die sind kurz vor dem Umkippen, meine ich, und dann kommt da wieder der Versorgungstyp mit dem Bleichmittel und wischt das Blut vom Boden auf, aber das Band stoppt nie. Es stoppt nie.'



Es verwundert nicht, dass die Fleischverarbeitung von allen industriellen Tätigkeiten die gefährlichste ist - und auch die gewalttätigste. Manche Arbeiter zum Beispiel müssen Schutzmasken tragen, damit ihnen nicht von Tieren, die unbetäubt am Fließband hängen, die Zähne ausgeschlagen werden. Und die Überschriften der Unfallberichte, die von der US-Arbeitssicherheitsbehörde OSHA herausgegeben werden, beleuchten schlaglichtartig die vielfältigen Gefahren: Mitarbeiter wegen Halsschnittwunde durch herumfliegende Messerklinge ins Krankenhaus eingewiesen. Mitarbeiter von Fleischerhaken am Auge getroffen und verletzt. Arm von Mitarbeiter in Fleischmürber verfangen und abgetrennt. Mitarbeiter von Kette an Enthäutungsmaschine enthauptet. Mitarbeiter durch Zerquetschen des Kopfes in Entfleischmaschine getötet. In Darmreinigungsmaschine verfangen und getötet.'



Tatsächlich hat Human Right Watch 2005 erstmals einen Bericht veröffentlicht, in dem eine Branche - und nur eine, nämlich die US-Fleischindustrie - für Arbeitsbedingungen kritisiert wird, die derart erschreckend sind, dass sie grundlegende Menschenrechte verletzen.''
 



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